15. Tag RAAM - Mittwoch, 27. Juni 2012

In aller Frühe erreichen wir London, kaum Zeit für die Sicherheiskontrolle und Wechsel des Terminals schon geht’s weiter nach Stuttgart ... so nun ist alles erledigt ….denkste…. kurz vor 11.00 Uhr steigen wir in Stuttgart aus der Boeing von British Air …. Schnell ein paar Kofferwagen für alle die Fahrradtaschen…. Und ab zur Gepäckausgabe…. Hmmm, erste Koffer, zweite Koffer …. alle Koffer sind gesichtet und gesichert….. hmmm aber was ist mit den Rädern ? warten, schauen, … nichts…. Schon bewegt sich eine Mitarbeiterin auf uns zu .... „Sie vermissen Gepäck?“ hmmm, jaaa, so kann man es sagen, 3 unscheinbare Radtaschen, fallen kaum auf – kl. Scherz – die 3 Taschen könnten eine ganze Wohnzimmerlandschaft verschlingen…. Naja, doch kein Scherz, die Dame von der Gepäck-Recherche informiert uns, dass die Räder noch in London stehen und auf einen Flieger warten ….. hmmm, achsooo, wie kann es auch anders sein, auch zum RAAM-Abschluss noch eine kleine „Irritation“

 

Also Max, auch wenn inzwischen wieder einsatzbereit und schon die erste Trainingseinheit planend…. vergiss es, zumindest bis Morgen, da könnten die Räder schon eintreffen …. Wer weiss es schon… es hätte auch zum Abschluss  der Reise noch was gefehlt….

14. Tag RAAM - Dienstag, 26. Juni 2012

Morgens wie gehabt, kontinental – Frühstück mit schokoüberzogenen Donut, einer Waffel …. Dann der nächste Kraftakt … Koffer packen oder im günstigsten Fall nur noch schliessen (versuchen), was bei manchen in Sport ausartet, in die Hocke, draufknien und Reissverschuss kräftig zuziehen, super anstrengend, wie 6km in Oceanside joggen….. noch schwieriger wird das Verladen der gesamten Koffer und sperriegen Fahrradtaschen im Begleitfahrzeug…. Hier muss geschoben und gedrückt werden, bis endlich auch die letzte Tür zu ist, nur nichts mehr öffnen, Sitzgelegenheiten Mangeware… naja, bis Washington-Flughafen – ca. eine Highway-Stunde – passst schooohhnnn ….. dann noch am Vormittag geths los mit Sack und Pack…. Denn eine Mission steht noch an, und die ist nicht zu unterschätzen ….. 2 Wochen RAAM bedeutet auch – Aufkleber und Beschriftungen an den Fahrzeugen anbringen, damit die Officials auch immer schnell den Überblick hatten…. Tja, die Beschriftungen sind inszwischen mit sämtlichen Hilfsmitteln, - Klappschmiermeser, Rasierklingen…. entfernt worden, aber es ist immer noch Kleber an den Mietfahrzeugen zu finden, der mit einfach Mitteln nicht mehr wegzukriegen ist….. also auf zur nächsten Tankstelle…. 1. Mittelchen ausgetestet- funktionoiert nicht…. hatten schon sämtlichen Tipps nach Grossmutters Art abgearbeitet – erfolglos…. Hmmm, was nun, allzu viel Zeit bleibt nicht, Radtaschen als Sondergepäck muss noch am Flughafen aufgegeben werden für den Flug um 18.40 Uhr…. Klare Sache, die Idee, gibt’s doch sicher was passables bei Obi…. ähhh Walmart…. also wieder Koordinaten eingeben - 11miles auf den Highway und hoffen, noch hier ein Wundermittelchen zu finden… und man glaubts kaum, zur Autozubehör-Abteilung vorgekämpft – springt uns doch tatsächlich eine sticker- / label-Remover- Spray ins Auge, bestimmt extra für RAAM-Teilnehmer aufgelistet…… schnell in der Walmarttüte verpackt – geht’s zum Flughafen… dort Spray gestest und wieder ein kleines Wunder…. es wirkt überraschend und fast erschreckend gut… prima, auch dieser letzte Punkt kann abgehakt werden…. Jetzt Auto bei Alamo-Rückgabe übergeben… und zurück zum Flufhafen, es ist inzwschen schon nach 16.00 Uhr – noch ein paar letzte Inspektionen der Touristen-Stände…..dann ist auch schon 18.00 Uhr und wir werden für unseren Flug über London nach Stuttgart aufgerufen….

13. Tag RAAM - Montag, 25. Juni 2012

Am Morgen geregeltes Frühstück – nicht wie die Tages des RAAMs – übermüdet im Wohnmobil mit Klappschmier, Milchreis, Tomatensaft und Coconut-Wasser, …. nun die letzten beiden Tage im Hotel klingen kulinarisch verheissungsvoll… zwar “kontinental“ im Hotelprospekt beschrieben, kann man zwischen Oatmeal, zuckerglasierten bunten Donuts, Scones mit Zimtsauce wählen, hmmm, ne gute Klappschmiere mit knusprigen Bauernbrot …. das wärs jetzt … egal, gemütlich ists dennoch…. Und man schnackt hier und da mit anderen RAAM-Racer-Hotelgästen, die den überschaulichen Frühstücksraum beherrschen……

Anschliessend verabschieden sich Ninetta und Uwe, die bereits heute über Washington gen Boston fliegen, sie bringen das Support-Fahrzeug, das Wohnmobil zur Abgabestelle, was heisst, schnell noch mal alle Schulbaden und Schränke kontrollieren, ist alles ausgeräumt ? jede Tomatensaftdose entsorgt ? Alle Plakate entfernt? …. Los geht’s …. Guten Flug Ninetta und Uwe…..

Während Max sich aufmacht, die Räder zu zerlegen und in die Fahrradtaschen zu verstauen, auch der 14-kg-schwere Werkzeugkasten wird inspiziert und geordnet….. ein anderer Teil schwirrt währenddessen nach Annapolis aus, zur Zielankunft von RAAM – das Ziel liegt recht unscheinbar am Hafen; gerade trifft eine Kanadierin im Ziel ein, Ihre Crew macht noch Scherze über ihre Fitness – sie beweist es allen und legt noch 10 perfekte Liegestützen unter dem Zeileinlauf hin - wir können vor lauter Staunen gar nicht mehr den Mund schliessen…. Dann bringen wir die restlichen, übriggebliebenen Lebensmittel und andere Sachen rund um RAAM, die nicht mehr mit nach Nagold geschleppt werden können (wie Kisten, Kühlbox, Isolierkanne …. zu einer eigens eingerichteten RAAM-Abgabestelle; diese Lebensmittel und Gegenstände werden Bedürftigen zu Gute kommen, eine super Sache wie wir finden und es wird reichlich angeliefert – ein ganzer LKW-Container bis dato am Montagvormittag…

Am Nachmittag machen wir uns alle auf zu einem hiesigen Einkaufszentrum in der Nähe, um letzte Mitbringsel für Familie und Freunde zu finden, hoffen wir zumindest – da bis dato keine Gelegenheit bestand….

Am Abend schaut Max bein Christian und Oliver – zwei MItsteitern des RAAM vorbei, deren Empfang heute Abend stattfndet…. Sie fachsimpeln und reden und erzählen….. super Sache….

Abends noch ein kurzer Abstecher zum Hafen nach Annapolis und bei einem Budweiser und ein paar French Fries klingt der Abend aus….

12. Tag RAAM - Sonntag, 25. Juni 2012

... erste Aufräumarbeiten ...
... erste Aufräumarbeiten ...

Am Morgen, erstmals ausfalten nach der letzten beengten Nacht im Wohnmobil, dann kurze Lagebesprechung… am Abend um 18.00 Uhr findet das Banquett, der Empfang der ersten RAAM-Teilnehmer statt, Pünktlichkeit ist geboten…… bis dahin sind noch ein paar Stunden… während die einen noch nicht genug haben von Washington, macht sich die andere Gruppe bereits am Morgen gegen Annapolis, dem diesjährigen Ziel des RAAM auf - ca. 1 Autostunde von Washington…. 

Derweil tappen die übrigen erneut gen Shuttle bus und dann auf direktem Weg nach Washington, zunächst zum Capitol, um dass u .a. Police in kurzen Hosen patrouliert…. dann zu Fuss zur Museumsmeile - Museum an Museum, wo anfangen, wenns um 15 Uhr wieder zum Parking gehen muss…. zunächst das Air-uns space-Museum, ein paar Schritte durch den Skulpturen-Park und noch schnell ein paar staunende Blicke ins National Nature Museum … dann geht's schon leider wieder zurück - viel zu kurz bei dieser Museums-Dichte….. schnell die Klimaanlage im Wohnmobil angeschmissen … oh nein, geht nicht, erst dringend tanken….. so, jetzt schnell nach Annapolis…. nach einer Stunde erste Nacht im Hotel-Bett, juchhhuhhhh mit Dusche….. Beine ausstrecken, kein Inventar festbacken, damit nichts wegrutschen kann….. dann schnell (Kerstin, Du warst auch gemeint) aufwüschen…. und ab über den Best-Western-Parkplatz zur Festhalle, wo Buffet und in diesen Tagen ganz elementar KAFFEE auf uns wartet…… auch hier gilt das RAAM-Motto - schnell sein, sonst kanns zu spät sein, hiiii….. die ersten Racer und ihre Crews finden sich an runden Tischen in einer grossen Festhalle ein, die Racer und Teams werden vorgestellt - auch Max wird aufgerufen….. 

 

An dieser Stelle - Max, lass es Dir gesagt sein…. es ist gigantisch und etwas ganz Besonderes, bei dieser Extremtour und -veranstaltung dabei zu sein, eine Erfahrung, die nur ganz wenigen Menschen vorbehalten ist…. grosses Kino .... 

 

11. Tag RAAM - Samstag, 24. Juni 2012

.... Willkommen im (beim) Weissen Haus ....
.... Willkommen im (beim) Weissen Haus ....

Am frühen Morgen, Frühstück im Wohnmobil, will heissen letzte Reste kreativ zu einem naja halbwegs kontinental-Frühstück aufrüschen, auch wenns nicht mehr ganz für reichliche Klappschmieren reicht ……, Kaffee geht noch, Tütensuppe auch, ansonsten, sorry nur noch Oatmealllllllll  -  dann drängen auch schon die ersten, den Motor und insbesondere die Klimaanlage anzuwerfen, noch schnell die Tasse Kaffee fahrsicher verstauen und los geht's, Helmut und Martin übernehmen heute erneut den Kampf gegen den Kilometerzähler auf …. noch über 200miles.

Unser heutiges Ziel ist es, so schnell wie möglich nach Washington zu kommen, um nach 2 Tagen Highway ist es uns danach, endlich auch mal Amerika ein wenig zu erleben, ohne Zeitdruck, unter Müdigkeit oder mit Logbuch auf den Knien, die Route zu konrollieren ….. 

Es wird und wird nicht weniger, wir staunen alle, das Vorwärtskommen während des RAAM war definitiv kurzweiliger…. Max scherzt, …. hätte er das gewusst, wäre er weiter geradelt; im Gegensatz zur RAAM-Strecke bietet der Highway auch kaum Abwechslung, nahezu jeder Exit (Autobahnausfahrt)  bietet einen McDonalds oder Subway feil…. die RAAM-Routen führten durch kleine und kleinste Dörfer, mit individuellen Tankstellen, Läden, etc… immer war man am Staunen oder Schmunzeln….. 

Im Wohnmobil vertreiben wir uns die Zeit mit Essen, Plätzchen-Suchen, Ausruhen vom Nichtstun, Dösen, Kommentieren des RAAM, argumentieren…… 

Gegen 16.00 Uhr steuern wir ein Parking in Estern Fall Church an, da Washington direkt mit einem Wohnmobil problematisch ist; puuuhh geschafft, erstmals aussteigen und nach 2 Tagen Fahrt die Beine vertreten….. dann geht's auch schon los zum ersten Sightseeing dieser Reise …. wir bewegen uns gen Metro…. wie kanns anders sein, eine weitere kleine Herausforderung, die uns allerdings nicht mehr aus der Ruhe bringen kann; Metrostation ist geschlossen …. aber es gibt Shuttle-Busse für die lahmgelegte Strecke, also rein in den klimatisierten Bus, bis zur nächsten Metro…. dann ca. 20 Minuten bis Washington - Smithonian Station…. und gleich zum Washington Monument, weiter zum Weissen Haus, der bereits viele Meter vorher per police und Zäunen abgeriegelt ist, dann ein Hotdog und Pretzel und dann geht's zurück zum Quartier……. noch eine weitere Nacht "living in a box" am parking ….. 

 

10. Tag RAAM - Freitag 23. Juni 2012

Unser Tag steht heute unter dem Motto - Amerika ist gross und mit Wohnmobil fast so anstrengend als mit dem Drahtesel - denn die miles-Zahl auf dem Navi-Gerät - wird und wird nicht kleiner - wir möchten schnellstmöglich gen Washington - ca 800miles noch - gerade mal 211miles geschafft, hmmm irgendwie gings mit direct follow-support-Begleitung, Ankunft TS, Max präparieren, Koordinaten melden, Oatmeal anrühren und Tachos Nullen wesentlich schneller voran, die Zeit und miles verflogen nur so  .... 

Mittagspause am McDonald - Zeit zum Internet-update, Essen fassen - ausnahmsweise gibts mal Nudeln mit Sauce - Glas auf, Nudelsauce drüber, hiiii oh, zur Abwechslung Nudeln, lecker lecker (IRONIE), und Wohnmobil fahrtechnisch rüsten - sprich Kühlschrank-Tür checken…. Plätze fassen, sofern noch möglich, will heissen, Rucksack und Handtücher erneut ein wenig zur Seite schieben, alles ist vollgestellt, kaum mehr Chance auf freien Stauraum…. 

Es geht heute von Missouri, über Indiana, Ilinois und schließlich gegen 17.45 Uhr queren wir den Bundesstaat Kentucky was bedeute, erneut die Zeit eine Stunde vorstellen, nun auf Eastern time - damit 6 Zeitstunden hinter der Heimat, noch weitere 424miles bis Washington; die Region gleicht immer mehr der unsrigen zu Hause….. viel Grün, viele Laubbäume, auf dem Highway sind es insbesondere die passierenden amerikanischen amazing trucks, die einen daran erinnern in Amerika zu cruisen…. 

 

.... Atlas auf und finden....
.... Atlas auf und finden....

... aber es geht und ging auch anders..... 

Navi per Papier... 

.... guten Appetit ....
.... guten Appetit ....

.... auch war in den letzten Tagen der RAAM-Begleitung immer wieder Flexibilität in jeder Hinsicht gefragt .... die Fahrerkabine musste des öfteren aus Zeitgründen zum Speisesaal umfunktioniert werden ...

9. Tag RAAM - Donnerstag 22.06.2012

.... St. Louis ... Tor zum Westen
.... St. Louis ... Tor zum Westen

Es klopft am Wohnmobil, Wäscheservice, die Hotelgäste konnten für die gesamte Crew für frische Klamotten sorgen, dann Duschen - same-undercover-procedure as last time in Durango (nur jetzt schon durchaus professioneller) ….. und dann allgemeine Lagebesprechung im Hotelzimmer - was nun, was machen mit der "neu gewonnenen Zeit" ?  Strecke abfahren, St. Louis, Washington, …. viel Zeit bleibt nicht, da die Wege hier ja bekanntlich weit sind, und am Sonntag, 25.06.12 müssen - nein wollen - wir pünktlich zum abendlichen Bankett in Annapolis eintreffen, wo die RAAM-Teilnehmer 2012 geladen sind zwecks  gemeinsamen Fachsimpeln, Treffen unter "normalen" Bedingungen und einem gemeinsamen Abendessen…… also wir entscheiden uns für St. Louis und Washington ….. schon in alter Manier ab in unsere Vans, Navi routinemässig nullen und los geht's … gegen 16.00 Uhr kommen wir in St. Louis an, 

Erster Ausruf "habt ihr schon an der Time-station angerufen und Uhrzeit und Position durchgegeben?" hmmmm, leider nicht mehr notwendig, dabei hatten wir uns gerade so gut eingespielt und fast nichts mehr vergessen. 

 - wau….. beeindruckendes Kennzeichen der Stadt - das Gateway Arch - 192m hoch - für Interessierte noch ein paar Daten mehr unten.

 

.... Männer bei der Fahrt ....
.... Männer bei der Fahrt ....

 

Dass so ein Gebilde schon viele miles vorher über den Highway ragt und zu tollkühnen Aufnahmen verleitet, ganz klar und der ahnungslose Mitreisende in 2. Reihe sitzend und in 3. Reihe liegend (gelle, Max)  fragt sich so manches Mal - was denn eigentlich tollkühner und gefährlicher war - die Nacht-Abfahrten von Max oder ein Highway-Sightseeing mit Helmut und Martin - Schnappschüsse inklusive….. abenteuerlich auf alle Fälle...

 

Dem geschulten und aufmerksamen Betrachter fallen 2 Dinge auf.... 

1.) ... unsere Hightec-Kommandozentrale verlagert vom Frühstückstisch ins Auto.... Navi, Team-Strinz 1 - cell phone, FM-Transmitter ...... Lade-Kabel, wo man nur hintritt.... 

2.) Männer konzentriert bei der Arbeit.... 

 

 

... in Zahlen ....
... in Zahlen ....
.... Schattenspiel am Mississippi ...
.... Schattenspiel am Mississippi ...
.... beam me up ....
.... beam me up ....

Wir haben die Wahl - per Lift oder Treppe hoch zum Gateway Arch - nach langer Diskussion kommen wir zum Schluss, bei soviel Sport in den letzten Tagen (okay, konzentriert auf eine Person, die aber theoretisch und durchaus logisch eigentlich nicht male von 8 Leuten machbar war), wie nehmen den Aufzug, was auch gut war, denn diese Kapseln, die einen 192m in die Höhe katapultieren (nur in 3er Gruppen), sind wirklich sehens- und erlebenswert - man meint, Mr.  Spoke beamt sich gleich aus der Nachbarzelle auf die luftige Aussichtsplattform…… gigantischer Blick über St. Louis, die Stadt von der aus die Eroberung des Westens erfolgte, daher das Denkmal, was das Tor vom Osten zum Westen symbolisiert - echt beeindruckend.

... in Deckung gehen ....
... in Deckung gehen ....

Grossen Menschen sei geraten, Kopf einziehen, sonst auaaaa….. 

Anschliessend gönnen wir uns ein Dinner - bei Steak - fast in den Ausmassen eines 235 / 60 R16 H100 …. bei gleichzeitiger Voll-Beschallung eines Basketball-Spiels - TV in und an allen nur erdenkbaren Ecken und Decken …. entkommen unmöglich ….. 

Zurück zum Parking gleich am Mississippi - und stadtauswärts noch ca. 50 miles, dann Schlaf fassen…Good night John Boy …. 

 

8. Tag RAAM - Mittwoch 21. Juni 2012

... das war RAAM 2012 ...
... das war RAAM 2012 ...

... derweil erreicht Max nach weiteren 77miles Maize…. gegen 04.20 Uhr in der Nacht passieren wir El Dorado, eine kurze Schlafpause von ca. 50 Minuten ist unumgänglich auch wenn eigentlich nicht mehr leistbar….. ein Schluck Kaffee und wieder auf den Sattel …. um am Morgen gegen 11.00 Uhr Yates Center und somit TS 29 abzuhaken…. Max gibt per Funk an das Begleitfahrzeug die Order, der Support-Wohnwagen soll dort erst gar nicht anhalten, um kurz Kaffee und Milchreis feilzubieten, sondern er möchte, um keine Minute zu verlieren, unmittelbar und nach telefonischer Mitteilung der Ankunft an TS 29 an die RAAM-Leitung weiter  zur TS 30 …. gegen 14.30 Uhr erwarten wir in Fort Scott Max; auf der Strecke zur TS30 passieren wir inzwischen mehr und mehr 4-er und 8-er Teams, die letzten Samtag zum RAAM 2012 aufgebrochen sind….. 

Kurzer Zwischenstand: mit Erreichen von TS 30 hat Max 1.707, 90 miles in den Beinen, es bleiben noch 1.285,60 miles bis Montagabend. 

 

Max trifft kurz vor 15.00 Uhr an TS 30 ein… nach der Versorgung mit 2nd skin und Cremes, schnell im Vorbeigehen ein Schluck Kaffee, dann das übliche Prozedere, in die Radschuhe, raus aus dem "Haus", Sonnenbrillengläser gewechselt, Kopftuch über, Helm auf, Radhandschuhe an, allez-hop aufs Rad, aufs Winke-Winke wird grundsätzlich verzichtet… und los…. doch mittlerweile steht die zurückgebliebenen Crew nach Abfahrt noch kurze Zeit stehen und schaut Max mit ungutem Gefühl hinterher….. sieht nicht gut aus…. dann ins Wohnmobil, fertigmachen, neue Route - sprich TS 31  Weaubleau im Navi per Längen- und Breitengrade eingeben  37.891 - 93.5424 in Missouri….. Fahrer festlegen…. doch dann, ein Anruf vom direct follow supprt-Team - dem Begleitvan nach ca. 10Min. - Max hat angehalten, Max beendet das Rennen kurz nach Passieren der TS 30 - damit 1.703 miles am Nachmittag….. die Schmerzen sind zu gross und behindern zudem, den Timecut an TS 35 in Mississippi am 22.06.12 bis 15.44 Uhr realistischerweise rechtzeitig zu erreichen…. Max müsste einen Durchschnitt von 25 km/h ohne Pausen schaffen…. unrealistisch, da die Wunde zumindest alle paar Stunden versorgt sein muss, sofern überhaupt noch ertragbar …… 

Schneller als sonst fährt das Wohnmobil los und alle sammeln sich am "AUS" - Punkt von Max - eine von unzähligen Straßen, leichter Anstieg, an der  T-Kreuzung ein Stoppschild, wir parken am Strassenrand, Max und Begleitcrew stehen schon am Geländer des im Oktober 2011 geschlossenen Buffalo Grill angelehnt und diskutieren und  gestikulieren mit Händen….. schade…. einfach nur schade, aber die einzig richtige Entscheidung angesichts der mittlerweile gravierenden Verletzung, der Schmerzen und noch ausstehenden Distanz und Zeitvorgabe….. 

 

Wir alle haben Max die letzen Tage "auf Schritt und Tritt verfolgt", haben gesehen in welch guter konditioneller Verfassung er selbst nach 8 Extremtagen noch ist, während der Fahrten wurde er nicht von anderen Fahrern überholt, hat mehrfach enorme Zeiteinheiten gutgemacht…. wir sind alle geschlossen der Meinung, Max hätte die Tour problemlos geschafft, wenn da nicht diese Verletzung ihn ausgebremst hätte…. einfach nur schade… aber ok, es sollte wohl so sein…. und Gesundheit geht vor allem…. auch Max ist sichtlich enttäuscht, dennoch nicht vergrähmt… 

 

Wir stehen da, lassen einzelne Streckenabschnitte nochmals Revue passieren, bis Durango … alles prima - nahezu unvorstellbar, die unebenen Strassen, die ihr übriges taten… die noch erforderliche Durchschnittsgeschwindigkeit bis TS 35 - unmöglich ….. Ninetta informiert zunächst die Info-Raam-Line, dass wir zunächst eine Pause machen, uns beraten, aber vermutlich an dieser Stelle das RAAM 2012 beenden werden…. 

Kaum zu Ende telefoniert, kommen zufällig zwei RAAM - Offizielle auf uns zu, begrüssen und alle, wir erläutern die Situation, sie bewerten ein Weiterfahren auch als kritisch, empfehlen uns noch Hotels in der Nähe aufzusuchen, damit Max regenieren kann… dann fahren sie weiter und wir beschliessen nach einer Weile, wenig weiter ein Hotel anzusteuern…. gesagt getan…. im Hotel fällt Max schnell in den Schlaf trotz Enttäuschung über diese unvorhergesehene Kondition….. 

 

In der Nacht gibt es einen regelrechten Wolkenbruch, Gewitter, Donner und alles, was man so von oben aufbieten kann…. unter diesen Umständen wäre TS 35 noch unwahrscheinlicher geworden….. 

 

 

 

 

7. Tag RAAM - Dienstag 19. Juni 2012

... no passing zone  ...
... no passing zone ...

In der Nacht erneut Fahrerwechsel in den beiden Fahrzeugen…. die Crew um Max muss sich immer mehr absprechen, wie und wer die nächsten Streckenabschnitte übernimmt,  der fehlende Schlaf macht sich bemerkbar und erfordert mehr Koordination; ausser Martin scheint keinen Schlaf zu benötigen - hmmm vielleicht können grosse Leute Schlaf besser verteilen und bevorraten, hiii (Gedanken einer Kleinen) - Martin, ggf. auch mal über eine RAAM-Teilnahme nachdenken, eine wichtige Voraussetzung - Schlafentzug - bestehst Du locker, auch Nachtfahrten scheinen Martin unbeeindruckt zu lassen, so sind wir alle froh, dass der grosse Martin stets die Begleitung bei Dunkelheit übernimmt…. wir sind inzwischen auf dem Weg von Montezuma nach Greensburg, immer noch in Kansas, mit Hellwerden hat Max erneut 66miles absolviert und Greensburg erreicht….nach wenigen Happen, Cola und Kaffee auf zur nächsten Station, die wir gar nicht mehr als solche wahrnehmen, TS 26 ist nach "nur" 32 miles erreicht, es ist bizarr, diese Km-Leistungen haken wir ab, als wie wenn Otto-Normal-Sportler seinen täglichen Gang um den Block zum Brötchen holen ankündigt…. unglaublich…. doch die Tücke liegt mal wieder im Detail…. diese "Kurzstrecke" fällt in die Mittagszeit, sprich Temperaturen von 99 Fahrenheit (99 - 32 / 2 = Celsius) und der Wind tut sein Übriges…. Kurz vor Erreichen der TS 26 späht Ninetta im vorauseilenden Wohnmobil ein RV-parking auf; wir beschliessen kurzerhand, hier die Mittagspause zu rasten und die Zeit zu nutzen, damit Max nach nun wieder über 18 Stunden im Sattel knappe 2 Stunden Schlaf tanken kann, die Fahrt in der windigen, brütenden Mittagssonne vermeiden kann und zugleich um eine einstweilige Lösung für die latenten Schmerzen zu suchen bzw. gar zu finden…. Sofort wird das Begleitfahrzeug per Handy informiert, was in Dauerkontakt mit Max per Funk steht und ihn so über die Pause und damit zum Wohnmobil-parking lotst (der Zwischenstopp vor Erreichen der TS 26 liegt nur 3miles vor dem Ziel-Teilstück, eine wichtige Voraussetzung, um keine zusätzlichen Kilometer zu verursachen). Hier angekommen verzichtet die nette Dame vom Empfang auf ihre Nutzungs-Gebühren, freut sich stattdessen vielmehr, wenn wir ihren Camping-Platz weiterempfehlen, was wir hiermit gerne tun - s. Twitter.... 

Der 3 x 5m grosse Swimmingpool bringt so manchem eine willkommene Abkühlung….. ein Teil der Crew strömt aus, zunächst zum nächsten Obi…. ähhh Walmart 

Zurück am Wohnwagen, wo Max tief schläft …. kurz vor 18.00 Uhr sitzt Max erneut auf dem Rad und wir haken schnell TS 26 ab… .und weiter …. Zeitrückstand beträgt jetzt knappe 8 Stunden bis timecut am 22.06.12  um 15.44 Uhr in Mississippi mit TS 35 - wir rechnen die Soll- und Muss-Zeiten immer wieder durch….. 

 

6. Tag RAAM - Montag 18. Juni 2012

... schon ge-nullt ? ....
... schon ge-nullt ? ....

…. Liebe Ninetta, nach vier Tagen einspielen - sitzt das 0-len wie ne 1 (okay, die ersten Tage hattest Dun Deine Mühe mit uns;  Motor aus, 10 Minuten Päuschen - denkste - spätestens als Ninettas Stimme ertönt - schon genullt ???  ähhh schnell zurück zur Fahrerkabine und Tages-Kilometerzähler auf Null gedreht -  " Jaahhhh, jetzt schon, danke !"

Zu Hause wird die Umstellung sicher wieder schwerfallen - werden sichter die ersten Tage, wenn der Wecker morgens klingelt - den Wecker mal auf Null einprogrammieren, dann das Handy nullen, auf der Arbeit den PC und die Kaffeemaschine auf Null runterfahren, ….. 

(für Nichteingeweihte: nach Erreichen jeder TS muss der Tages-Kilometerzähler unmittelbar auf Null zurückgestellt werden; jedes Fahrzeug hat ein RAAM-Logbuch in der Fahrerkabine, in der jede Teilstrecke von Max aufs genaueste beschrieben ist, inkl. Kilometerangaben; damit Max sich "ausschliesslich" aufs "treten und radeln" konzentrieren kann, muss aus dem Begleitfahrzeug die Route verfolgt und bei Unklarheiten Max über Funk dirigiert werden; jedes Verfahren bedeutet, zurück zur Stelle, wo die Route ihren richtigen Verlauf nimmt und weiter, was somit kostbare Zeit und Kraft kostet);  daher ist es so elementar, jede Teilstrecke mit 0 km zu beginnen, denn auch das RAAM-Logbuch beschreibt jeden Teilabschnitt separat und beginnend mit 0 miles)

 

 

... und radelt ...
... und radelt ...

... Nächstes Ziel ist Trinidad (CO), Max beisst sich einen weiteren langanziehenden Berg bis auf 9.936.7 feet hoch - für uns im Begleitfahrzeug scheint er nicht enden zu wollen - das ganze mehr als 20miles (ca. 32km) lang und recht kalt oben; wir überholen noch einen anderen Racer…. die folgende Abfahrt muss mit grösster Vorsicht / Weitsicht erfolgen - wir befinden uns im San Isabel National Forest - die Rennleitung empfiehlt dem Begleitfahrzeug während der Abfahrt um eine sehr besonne Fahrt und häufiger lautstark zu hupen, um mögliches Wild von den engen kurvigen Strassen zu jagen…. gesagt getan - und oh Schreck, ein grosser Hirsch kreuzt gerade einen halben Meter vor Max die Strasse; Max mit gezügeltem Tempo unterwegs, kann gerade noch ausweichen…. ebenso ein Hase sitzt mitten auf der Strasse, verschreckt durch die Flash-amber-light -Beschallung bleibt regungslos auf der Fahrbahn sitzen; Max weicht aus, uns bleibt nur ein Mittiges Drüberrollen, nichts passiert, alle heil-  alles gut Max, heute kein Hasenbraten…. Gegen 02.00 Uhr Ortszeit erreichen wir Trinidad nach 65,4miles, …. Inzwischen ein Update zum Klassement - bei den 11 gestartenn Teilnehmern über 50 (wozu Max zählt) sind noch 7 am Start und Max belegt derzeit Platz 6.

 

Max steigt auf sein Rad nach einer ca. halbstündigen Pause und fast 24 Stunden wieder im Sattel…. das Support-Team prüft nochmals alle Vorräte, insbesondere die Zahl der Wassergallonen, ab Trinidad wird es die nächsten 200 miles nur sehr eingeschränkt Kaufmöglichkeiten geben….. Im Routenheft der RAAM - Leitung erfolgt an dieser Stelle ein Warnhinweis und Verhaltensregeln zu möglich auftretenden Tornados in diesen Regionen - What to do …. and after the Tornado…. jetzt weiter zu TS 21 nach Kim, entlang einer endlos langen, fast autofreien Piste, es ist ca. 6.00 Uhr Ortszeit, die Sonne strahlt jetzt schon mächtig ein,  Gegen 10.00 Uhr erreichen wir TS 21 - schnell ein Anruf bei der Rennleitung unter Angabe von Ankunftsuhrzeit, Racer- Nr und TS - Name….. diese Angaben müssen stets spätestens 30 Minuten nach Ankunft an TS erfolgen, ansonsten rieselt es eine Zeitstrafe….. in der Eile und Hektik oft schnell möglich zu vergessen…. an jeder Station muss Techniker Uwe Rad und Reifen prüfen, Wasserflaschen nachrüsten, Brillengläser entsprechend der Lichtverhältnisse austauschen und und und ……

Es folgt TS 22 nach Walsh, nach ca. 47 miles muss der vorausgefahrene Wohnwagen zurück nach Springield kehren und Max einsammeln; es ist Mittagszeit, ca. brennende 38° C, so starker Gegenwind, dass selbst bei der letzten Abfahrt Max fast ausgebremst wurde, an 50 km/ h Abfahrtsgeschwindigkeit nicht zu denken - ganz im Gegenteil - Bergrunter muss in die Pedale getreten werden, um überhaupt vorwärts zu kommen !! hinzu kommt, die weiten, ebenen Flächen, auf denen gerade die Mähdrescher die Weizenernte einfahren, tragen das Übrige bei zur Hitze… der Strassenbelag hier wieder kaum befahrbar, gute Strassenverhältnisse sind hier auch nicht gefragt, da eine fast unbesiedelte Gegend…… Leben bei diesen Temperaturen, da sind wir uns geschlossen einig, will hier keiner müssen…. Während der Zeitverlust am bis zur Station Kim auf ca. 3-4 Zeitstunden reduziert werden konnte, wird er durch die ungeplante Pause erneut steigen ….. Vor ca. 2 Stunden ist Max wieder aufs Rad gestiegen, passierte TS 22 in Walsh und wir stehen an TS 23 in Ulysses, und erwarten ihn bei miles 1.325 (bleiben 1.668,4 miles), um dann die Nacht-Begleittung zu übernehmen. Inzwischen haben wir eine neue Zeitzone überschriitten, mit Fahrt nach Ulysses sind wir von Colorado nach Kansas übergetreten und stellen unsere Ortszeit eine Stunde vor, damit nur noch 7 Stunden Zeitverschiebung zur Heimat.... wir sind mitten in den Great Plains - der Kornkammer Amerikas, weite, offene ebene Weizenflächen wo man nur hinschaut, Mähdrescher in Dimensionen, die wir bei uns zu Hause nicht kennen... Es wird sehr eng werden mit dem Zeitkapp am Donnerstag, 22.06.12  - der Wind hier in den Great Plains (Colorado und jetzt Kansas) ist enorm....

Ziel ist es, heute Nacht durchzufahren und mindestens 3 TS zu passieren, um den Rückstand wieder zu minimieren.

Die Wohnmobil Crew fristet gerade ihr Dasein an einem McDonald Parking und zapft Internet ab.... wir stellen fest, weitere Kandiaten, die wir die letzten Tage auch verfolgten, wie sie sich in der Hitze schundeten, sind ausgeschieden.

Gerade klopft es an unser mobil home - ein Mitglied des Team ViaSat möchte Markus zum Solo-Tripp beglückwünschen - und seine Bewunderung vom ganzen Team aussprechen, sie fahrem im 8-er Team und sind seit letzten Samstag unterwegs, heute haben wir das erste Team auf unserer Strecke vorbeipassieren sehen.... 

 

Max fährt die ganze Nacht durch, durch den enormen Gegenwind ist ein Vorankommen nur erschwert möglich, das Rad muss mehr als üblich festgehalten werden, das kostet zusätzliche Kräfte, wir fragen uns, ob diese Windböen hier üblich sind oder auch ausserhalb des Normalen; man versucht, die Autotür zu öffnen … dies kommt fast einem Fitnesstudiobesuch gleich, Bizep-Übung - 15kg  - 8mal heben …. gerne würden wir per Umfrage die heimische Bevölkerung interviewen, aber man trifft keine an….. nur offene, weite Weizenfelder und Getreidespeicher im Ausmass von Atomkraftwerken …. die Dallas - Generation dachte immer hier gibt's nur Ölmagnaten, nein hier in den Great Plains von Colorado muss es auch Farmer-Barone geben….. 

Der Wind ist unbeschreiblich, als Fussgänger muss man sich fast gegen den Wind lehnen, um Aufricht stehen zu können, an übliche Racer-Geschwindigkeiten ist nicht zu denken….  dennoch Max beisst sich von TS zu TS in Colorado. Es ist für uns definitiv nicht mehr nachvollziehbar, wie Max trotz Wind und anderer Widrigkeiten zum Trotz die Kilometer "frisst"; ab nachmittags läufts wieder sehr gut und Max lässt den Rückstand zur Soll-Zeit weiter schmelzen…. wir erreichen TS 24 bei 1.375,30miles

 

5. Tag RAAM - Sonntag 17. Juni 2012

... undercover Arbeiten vorm Residence Hotel ...
... undercover Arbeiten vorm Residence Hotel ...

Der Wecker klingelt, 6.00 Uhr - und damit knappe 5 Stunden Schlaf - im Hotel, dass noch kurzfristig von Ninetta in der Nacht aufgespürt wurde, da nahezu alles ausgebucht war, es gibt mehrere Racer, die den 4. Renntag noch erfolgreich bewältigt haben…. nach einer Mütze Schlaf, eine kurze Dusche, dann schmerzenden Allerwertesten eincremen, ein Frühstück im Hotel ( Kerstin, nichts gegen Deine Klappschmieren, aber ein reichliches Buffet im Vergleich zu Oatmeal und Milchreis wird gerne auch mal zur Abwechslung willkommen angenommen) …. Funkgeräte, Garmins, Laptops, cell phones etc noch so gut wie möglich aufladen, die Eiswürfel noch schnell in die Tiefkühlbox, um für die ersten Stunden die Flaschen kalt zu reichen….. Während Max neue Energien tankt, stösst das Wohnmobil dazu (Ninetta, tut uns leid, aber den versteckt liegenden Parkplatz des Sportplatzes haben wir ohne detailed Beschreibung des RAAM-Routenbuch nicht gefunden, hii)… Mission undercover folgt  Duschen und frische Klamotten im 3- Minuten-Takt …. dann wieder Autos rüsten, schnell noch ein Schluck Coconut- water, Max und Rad ins Wohnmobil verstauen und ab wieder zum Ausgangspunkt von heute - timestation 15 - Durango, die offizielle Reglement besagt, der Racer darf sich von der Strecke entfernen, muss aber selbständig von dort wieder starten oder zu diesem Punkt gebracht werden. Und los geht's - heute folgt die höchste Erhebung - mit knapp 4.000m; uppps, wir erhalten gleich bei Beginn eine Mahnung der Rennleitung, da wir uns zwar regelkonform in der Nacht abgemeldet hatten bei einer eigens eingerichteten Info-RAAM-Line; diese muss unverzüglich von jeder Pause etc. unterrichtet werden, die länger als 30 Minuten ist…. sollte diese gar länger als 6 Zeitstunden sein, muss erneut die Rennleitung in Kenntnis gesetzt werden; dies hatten wir versäumt, sollte erneut eine derart lange Pausierung notwendig werden, unbedingt dran denken - sonst gibt's die erste Zeitstrafe für uns es läuft gut, TS 16 in Pagosa Springs (CO) nach 54miles ist schnell abgehakt, es folgt TS 17 South Form nach weiteren 48miles und der höchsten Erhebung der Rennstrecke - auf 10.857.9 foot oben angekommen gibt's noch eine Abkühlung mit Schnee, den dort auf der Höhe noch vereinzelt liegt, ob ist es im Gegensatz zu unten recht kühl und windig, dann weiter zu TS Alamosa nach 47miles; an jeder TS vergleichen wir die von der offiziellen Rennleitung kalkulierten Soll-Zeit an jeder Station mit Max Ankunftszeit; dies ist wichtig, den an TS 35 gibt es erneut ein "time cut" - wenn Max nicht bis 21.06.12 - 01.47 Uhr … am Mississippi River ist, wird gnadenlos aus dem Rennen gezogen; das Zeitdefizit von noch 9 Stunden an TS 15 ist inzwischen auf nur noch ca. 5 Stunden Defizit geschrumpft, Max kämpft erneut; dennoch nicht nur die Zeit tickt abermals erbarmungslos, auch sein Allerwertester schmerzt seit einigen Stunden vom langen Sitzen; im Walmart besorgen wir zunächst Zinkcreme, dann gleich nochmals zurück und Creme on top….. nichtsdestotrotz steigt Max aufs Rad steigt….. dennoch weiter geht es; es ist inzwischen dunkel und es geht weiter nach TS 19 La Veta - immer noch Colorado; die Abfahrt vor Erreichen von TS 19 ist sehr steil und der Strassenbelag wie schon so oft in den vergangenen Tagen unberechenbar und mit Müll gepflastert…., hier kurze Pause wie gehabt bei Nudeln mit Chicken, Käse und Ravioli als Alternative…. ein bisschen Coconut Water und Tomatensaft; dann ein Fahrerwechsel und weiter geht's, im Zeitdruck hinsichtlich der Mississipi-Deadline. 18.06.12 Nächstes Ziel ist Trinidad (CO), Max beisst sich mit zunehmenden Schmerzen einen weiteren langanziehenden Berg bis auf 9.936.7 feet hoch - für uns im Begleitfahrzeug scheint er nicht enden zu wollen - das ganze mehr als 20miles (ca. 32km) lang und recht kalt oben; wir überholen noch einen anderen Racer…. die folgende Abfahrt muss mit grösster Vorsicht / Weitsicht erfolgen - wir befinden uns im San Isabel National Forest - die Rennleitung empfiehlt dem Begleitfahrzeug während der Abfahrt um eine sehr besonne Fahrt und häufiger lautstark zu hupen, um mögliches Wild von den engen kurvigen Strassen zu jagen…. gesagt getan - und oh Schreck, ein grosser Hirsch kreuzt gerade einen halben Meter vor Max die Strasse; Max mit gezügeltem Tempo unterwegs, kann gerade noch ausweichen…. ebenso ein Hase sitzt mitten auf der Strasse, verschreckt durch die Flash-amber-light -Beschallung bleibt regungslos auf der Fahrbahn sitzen; Max weicht aus, uns bleibt nur ein Mittiges Drüberrollen, nichts passiert, alle heil - alles gut Max, heute kein Hasenbraten…. Gegen 02.00 Uhr Ortszeit erreichen wir Trinidad nach 65,4miles....

Inzwischen ein Update zum Klassement - bei den 11 gestarten Teilnehmern über 50 (wozu Max zählt) sind noch 7 am Start und Max belegt derzeit Platz 6.

Es geht weiter…. es ist inzwischen dunkel und es geht weiter nach TS 19 La Veta - immer noch Colorado; die Abfahrt vor Erreichen von TS 19 ist sehr steil und der Strassenbelag wie schon so oft in den vergangenen Tagen unberechenbar und mit Müll gepflastert…., hier kurze Pause wie gehabt bei Nudeln mit Chicken, Käse und Ravioli als Alternative…. ein bisschen Coconut Water und Tomatensaft; dann ein Fahrerwechsel und weiter geht's, im Zeitdruck hinsichtlich der Mississipi-Deadline. 

... Hol mir mal ne Tüte Eis ...
... Hol mir mal ne Tüte Eis ...

.... am höchsten Berg der Tour .... kurz bevor wir Max erwarten, besorgt Helmut ne Saveway (Konkurrent zu Walmart - wir sind inzwischen Fachleute hinsichtlich der hiesigen Discounterlandschaft....) ..... -Tüte Schnee... willkommende Abkühlung für Max nach fast 4.000 Höhenmeter..... wie im Hintergrund noch erkennbar liegt auf den Höhen noch vereinzelt Schnee.... 

... einmal bitte voll ...
... einmal bitte voll ...

... ein fast so alltägliches Ritual wie Zähneputzen ... 

... living in a box ....
... living in a box ....

....    unser vorübergehendes zu Hause haben wir uns recht heimisch und praktisch zugleich eingerichtet, wenn auch manche Dinge noch gewöhnungsbedürftig sind, die längste Einarbeitungsphase ins mobile Wohnen bescherte uns der profane Kühlschrank, kaum häuslich eingerichtet, Motor erfolgreich gestartet, alle Türchen und Fensterchen verrammelt, schnell die kg-Tüte Beerendreck (Martin, auch Blondis sind lernfähig) aufgerissen und in schnelle Griffposition gebracht, setzte sich der Tross in Bewegung,  noch auf der vergeblichen Suche nach der Schaltung und Kupplung (Kerstin, ist auch ne Automatik - linken Fuss vergessen) …. da flog auch schon die Kühlschranktür auf - Klappe 1, die erste, es folgten unzählige weitere ….. hmmmm, komisch, hatte sie doch zugemacht ….. klaro, zu schon, aber der gemeine Camper weiss, zu ist nicht gleich zu und sicher….. prallvoll mit Klappschmieren-Basics und Tomaten-Saft-Dosen gefüllte Kühlschränke bedürfen besonderer Zuwendung und Sicherheitsvorkehrungen …. bitte immer verriegeln, sonst hat man den Salat……. 

 

Hier eine Verbindung von Fahrstil des Fahrers zu Kühlschrank-Entleerungen zu ziehen, sei kühn und gewagt, entbehrt wahrscheinlich nicht jeder Vermutung, aber lassen wir besser dennoch…. , hiiii 

4. Tag RAAM - Samstag 16. Juni 2012

... Wasser ....
... Wasser ....

Am Parkplatz in Flagstaff …. wird das Begleitfahrzeug begutachtet, es ist aufgefallen, dass während der letzten Fahrten stets Luft aus dem Vorderreifen 235 / 60 R16 - 100 H (bitte merken ) entwich, provisorisch wurde mit der Luftpumpe nachgefüllt… doch inzwischen wieder ein Plattfuss und die Elektronik des Dodge hat es auch schon angemerkt…. es darf nicht wahr sein….nach einem Pumpenstopp - nicht fürs Rad - fürs Begleitfahrzeug an der Tanke - starten wir dennoch, da nur bei ca. 20miles - in die Nacht auf den Fersen von Max … Platten Reifen hin oder her … wir müssen weiter, denn die Zeit tickt immer lauter,  übermorgen, Sonntag, 17.06.12 -  00.45 Uhr Ortszeit muss Max die TS 15 erreicht haben, wer nicht nach 4 Tagen nach Startzeit Durango erreicht hat, wird disqualifiziert - bis dahin sind es noch mehr als 200miles - d.h. keine Pause - es geht weiter durch die ganze Nacht, Einöde Route - 72miles nach …. Es ist inzwischen Samstag, 16.06.12 kurz vor 8.00 Uhr - wir erreichen nach einer monotonen Fahrt durch Arizona bei kalten Temperaturen bis zu 10 °C…. den Reifen pumpen wir erneut voll an der Tankstelle, um noch die nächsten 42miles abzuhaken….. hat funktioniert, doch inzwischen entweicht die Luft immer schneller und ein Fortsetzen unter diesen Umständen nicht mehr möglich, wir finden den Übeltäter… ein Nagel im Reifen 235 / 60 R16 - 100 H !!!! sofort werden alle umliegenden Tire- Werkstätten abtelefoniert…. die erste und naheliegenste - erfolglos, kein passender Reifen vorhanden, während die nächste noch im Lager recherchiert eine Erfolgsmeldung auf einer Leitung …. in Cortez - 2 Timestation weiter kann der Reifen ausgetauscht werden - allerdings bis 15.00 Uhr nur möglich…. die RAAM-Rennleitung wird kontaktiert, aufgrund besonderer Anlässe…. bekommen wir das OK, per Wohnmobil 4 Stunden Max zu begleiten, während das eigentlich direct follow Support-Begleitfahrzeug sich währenddessen um Schadensbeseitigung kümmern darf…. wie freundlich …. danke, und mit Platten am Vorderfuss eilt der Van gen Werkstatt…. der Wohnmobil mit Ersatzrad fürs Vorderrad und weiteren Schläuchen und Trinkflaschen gerüstet folgt Max nun ausnahmsweise….. Wir sind noch noch nicht 5 miles von dannen und in der sengenden Hitze von Mexican Hat (der Name kommt vom beeindruckenden Fels, s. Foto); wir sind inzwischen im Bundesstaat Utah,  ein Platten, Fassungslosigkeit in allen Gesichtern, genau ein Platten am Hinterrad…. wir müssen den Schlauch austauschen…. Moment, kurz klar nachdenken und nicht in Panik verfallen…. zwischen Koffern und Wassermelonen sollte noch ein präpariertes Hinterrad zu finden sein, 6  Hände kramen, schieben, greifen… tatsächlich, endlich mal eine gute Nachricht…. schnell installiert und weiter geht's, wenn auch mit suboptimaler Lösung, da dieses Ersatzrad - der normale Sportler lernt - sehr dünn ist…. ein Weiterkommen in gewöhnlicher Geschwindigkeit unmöglich, da zu gefährlich…. es geht an schroffen, roten Felswänden durchs Indianergebiet, karge aber beeindruckende Landschaften, die nie enden wollen mit aussergewöhnlichen Felsformationen. Doch die Lust und Laune zum Staunen und Bewundern ist uns derzeit vergangen, jeder Blick im verfolgenden Wohnmobil klebt an Max und seiner Verfassung und  seinem provisorischem Hinterrad… die Zeit natürlich nicht zu vergessen …. ein Jammer, wir sind sprach- und wortlos (selbst die weibliche Begleiterin !!) -  Max radelt gnadenlos in der brütenden Mittagshitze - die Zeituhr vor Augen, wir folgen gebannt und gleichzeitig sorgenvoll… ein Anruf vom Team des defekten Begleit-Dodge, Ninetta und Uwe sind in der Werkstatt angekommen, die Reparatur nimmt ca. 1 Stunde in Anspruch…. und Max kämpft in der Hitze weiter…. gegen 15.30 Uhr Eastern Time erreichen wir timestation 13 in …. Status: noch 2 Stationen bzw 50 und 44 miles ( nur Berge) bis zur Headline heute Nacht bei verbleibenden 9 Zeitstunden…. des ischh mehr als brutahllll - es hilft alles nichts, nach 15 Minuten Essen fassen, was noch geht (klägliche " Klappschmier " und Oatmeal) geht's weiter - schon ganze 31,50 Stunden ohne Schlaf !!!!!!!!!! das Team mit Werkstatttermin Nr. II ist wieder auf dem Weg uns entgegenzukommen und die Begleitung zu übernehmen; Firma Alamo unser Hof- und Chaoslieferant von Mietwagen macht wieder zusätzlich Schwierigkeiten bei der Abwicklung der Formalitäten zum Reifenwechsel…. ein Trauerspiel, die Mikrowelle, die nur nach Lust- und Laune bzw. auf bestimmte Streicheleinheiten Ihre Dienste tut, haben wir indes gar nicht mehr bei Alamo erwähnt…. 

Eine gute Nachricht … die RAAM-Rennleitung gesteht uns zu, weiter per Wohnmobil die Begleitung von Max zu übernehmen, so dass wir nicht nach 4 Stunden anhalten müssen, sondern den Kampf gegen die Zeit weiter aufnehmen können und Max kann weiter Kilometer gewinnen, bis das eigentliche Begleitfahrzeug mit neuem 235 / 60 R16 - 100 H auf uns trifft…. Im Wohnmobil herrscht relative Stille - bis auf die scheppernden Fenstern oben, unten, seitwärts …. an deren Takt haben wir uns inzwischen gewöhnt haben und der jedes Radiogeplänke ersetztl - jeder bannt mit Max, der heute nicht nur gegen die fast unerträglichen Temperaturen von 37°C kämpft, mittlerweile auch gegen die immer lauter tickende RAAM-Uhr….. es ist ca. 16.00 Uhr - Max hält an, er muss pausieren und meint, das es kaum mehr geht, er legt sich kurz ins Wohnmobil, wie durch ein Wunder erhalten wir mitten in der Einöde, ein paar verstreute Indianer-Holzhütten irgendwo im Nirgendwo aus dem Steppensand hervorscheinend, der Support-Wagen des belgischen Teams, dessen Racer gestern aufgrund eines Sonnenstichs 16 Stunden im Krankenhaus wieder aufgepäppelt wurde (inkl. 4 Infusionen), er empfiehlt uns, Max Kokos-Wasser zu reichen, Empfehlung vom Krankenhaus, Bananen sollen gemieden werden…. und er zückt gleich eine Einheit Kokos-Wasser…. da er gerade auf dem Weg ist, seinen belgischen Landsmann - der noch im Rennen - auf Höhe von Max kämpft - ebenfalls mit Coco-Water zu versorgen - dies zeigt das sportliche und faire Ambiente der Veranstaltung…. inzwischen trifft auch unser Begleitfahrzeug mit funkendem 235 / 60 / R16 - 100 H ein, und nach kurzem Schlafintermezzo wird Kokos-Wasser gereicht, wir empfehlen Max weiter zu ruhen - mindestens eine halbe Stunde - die Erschöpfung ist nicht zu übersehen und -gehen, die Chancen noch bis 00.45 Uhr den Time Cut in Durango zu erreichen (2 Timestation oder andres formuliert insg. ca.75 Miles liegen noch vor uns), sehen wir schwinden, zugegeben fast aussichtslos…. es sind die unvorhergesehenen Ereignisse, die ein Ausscheiden an Timestation 15 vermutlich unmöglich erscheinen lassen…. aber MAX rappelt nochmals alle Kräfte zusammen, Schuhe an, Brille geputzt, eine Wassereinheit über Gesicht und Nacken und los geht's - er greift an…. so schnell gibt es sich nicht geschlagen, ab geht's auf die unebenen Strassen, deren Asphalt in der Hitze noch stärker Hitze ausstrahlt als die Luft ohnehin schon an einem zerrt.

 

Während das Team im Wohnmobil nicht wie üblich vorausfährt, hält man sich zunächst wenige Meilen hinter Max stets einsatzbereit, wenn ein Anruf eintreffen sollte, Max aufzunehmen, da nicht mehr fahrtüchtig….. aber kein Anruf….. warten im Wohnmobil bei betrübter Stimmung, dann fahren wir vor …. unglaublich Max radelt und beisst sich hoch mehrere Hundert Höhenmeter…. erneut warten, dann ein Anruf vom direct follow-Begleitauto, Max geht's den Umständen entsprechend gut. Er wird versuchen Zeit einzufahren und das fast Unmögliche noch zu schaffen, …. sofort greifen auch wir an, Wohnmobil-Utensilien verstaut in den Schubladen, rasen wir los, wenn man hier von rasen sprechen kann (40 miles - entspricht ca. 65km/h) …. ab zur nächsten Timestation 14 und alle schwirren aus, auf der Suche nach dem weissen Gold - Kokos-Wasser….. entdeckt … gleich 2 Liter Packungen unter dem Arm geklemmt und sofern man bei uns von Sport diese Tage sprechen kann zum einstweiligen Heim - unserem RV (Wohnmobil) gehechtet, erreicht Max auch schon die TS 14 in Cortez - unfassbar, aber wahr…. Max Kommentar " deich ischh harrt" Ankunftszeit 20.10 Uhr , nach nun 814miles (bleiben 2.179 miles zu bewerkstelligen)- an Station 14 dürfen wir nun auch unser Penalty-Konto (Zeitstrafen) von der Rennleitung erfragen, sehr gut - keine Zeitstrafen !!! eine gute Nachricht…… wir rechnen und kalkulieren, je nach Verfassung und bei abkühlenden Temperaturen könnte noch quasi, eventuell und rein rechnerisch eine Möglichkeit bestehen, den time cut an TS 15 bis 00.45 Uhr zu erreichen….

sofort wird das neue Wunder Kokos-Wasser in kleinen Schlucken medizinisch verabreicht, dann noch ein kühlende ice-cream mit chocloate und Peanut, ein wenig Milchreis, mehr geht kaum mehr runter …. kurzes Sammeln, Voltaren wird bemüht für die müden Beine…. dann Max beim letzten Löffel Milchreis: " So, geh`ma mal gleisch weidder " (der Nichtschwabe mag mir diese Formulierungen nachsehen, dafür kennen Schwaben auch keine leckeren "Klappschmieren").

Hoffnung keimt auf, aber Max vorsichtig, … "esch ischhh noch net geschafft" …. same procedure as last 4 days …. Schuhe an, Helm auf, Wasser obenauf, Trinkflaschen ausgetauscht…. und los geht's - letzter Angriff vor einer Tüte Schlaf nach nun fast 2 langen Tagen…. 

Mit Eintreffen in Cortez sind wir übrigens im Bundesstaat Colorado angekommen, was heisst, unsere Ortszeit eine Stunde vorstellen, somit nur noch 8 Stunden Zeitverschiebung zu Nagold…. Zeitangaben sind ohnedessen dieser Tage schwierig und häufig missverständlich, wir denken quasi in 3 Zeitzonen…. unsere hiesige Ortszeit, die Deutschland-Zeiten und die im Moment allerwichtigste Zeitmessung für alle Racer --- die Eastern Time (Ostzeit), nach der alle Zeitangaben der Timestation erfolgen müssen, daher ist die Zeit des Navigations-System auf Eastern time programmiert, um mögliche Irritationen bei den Pflichtmeldungen der timestation zu vermeiden, das Denken und Kalkulieren der nächsten erreichten Abschnitte erfolgt jedoch naheliegenderweise in Ortszeit…. gar nicht so einfach….

Damit Uhrzeit eine Stunde vorgestellt, so dass es inzwischen 22.18 Uhr tickt… wir hoffen alle fieberhaft, dass Max nochmals alle Energie und Reserven auf den Plan ruft - wenn auch keiner weiss, woher nehmen, wenn nicht stehlen… jetzt gilt es nur noch Daumendrücken und hoffen…..es wird inzwischen kalt, die Nudeln mit Hackfleisch stehen bereit …. 

 

Jepppehhhhhh, geschafft,  23.44 Uhr Max hat`s geschafft, erste Zeitlimit an timestation 15 in Durango rechtzeitig erreicht - 859 miles liegen hinter Max (es bleiben 2.135 miles) - HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH - sagenhaft, Wahnsinn, "deschhh ischhh noch mehr als brutahhhlll" ….  jetzt essen, dann 6 Stunden Schlafverordnung - morgen muss der höchste Punkt bestiegen werden, es geht auf knapp 4.000m ….. Fortsetzung folgt, gute Nacht….  

 

 

.... coconut-water...
.... coconut-water...

3. Tag RAAM - Freitag, 15. Juni 2012

... und radelt ...
... und radelt ...

 

Um 05.00 Uhr klingelt der Wecker, zunächst werden Helmut und Martin aus ihren Schlaf und -kojen getrieben, dann Max, so leid es einem tut, aber das RAAM ruft….. jetzt geht's in die Berge, Max hat sich heute viele Kilometer / miles vorgenommen, hoffen wir, die Temperaturen spielen mit…. es ist 05.30 Uhr Ortszeit Max ist auf der Strecke, 

 

Wir verbuchen inzwischen 3 Teams, die zwangsläufig und frühzeitig nach dem hitzigen 2. Tag aussteigen mussten, ein belgischer Racer musste mit Sonnenstich ins Krankenhaus, ein Amerikaner sowie ein Däne.

 

Währenddessen präpariert das Team des Support vehicle (Wohnmobil) weitere Routenaufteilungen, neue Treffpunkte, Einkaufslisten, ab morgen werden wir über 200miles keine Möglichkeiten mehr finden, einzukaufen, es geht durch das Navajo Indianer-Reservat….. doch plötzlich ein Aufschrecken - in der Windschutzscheibe des Wohnmobils ein tellergrosser Riss, vermutlich Steinschlag….. HILFE - was nun, sofort laufen die cell phones heiss; Ninetta findet in Windeseile eine Werkstatt, die die Scheibe sofort austauschen kann, Dauer ca. 1 Stunde, super service hier im Land der unbegrenzten Möglichkeiten … wäre da nicht die Distanzprobleme; während man zu Hause sich ins Auto setzt und in 20 Min. beim nächsten Cargla…. ist, müssen wir hier mehr als 1,5 Stunden Fahrzeit bis zum Helfer einplanen… wir machen uns sofort auf den Weg, um spätestens Nachmittag auf Max und Team zu stossen und mit Nudeln & Co zu versorgen. Dieser unvorhergesehene Schaden kostet wertvolle Zeit und wirft die komplette Planung durcheinander…. dennoch gegen 14.00 Uhr ist der Schaden behoben … wir hatten kurzzeitig Wlan verfügbar und wir machen uns auf nach Flagstaff, immer noch Arizona, um dort bei Km 536 auf Max zu stossen. 

 

Für Max geht es heute fast ganztägig bergauf zunächst nach Yarnell, nach Prescott, weiter nach Cottonwood und bis 20.15 trifft er in Flagstaff ein, TS 9, eine viel befahrene Route, die sehr schlecht zu fahren ist - für Radler - ohnehin eine seltene Spezi hier, es ist inzwischen Dunkel, Max muss häufig Gegenständen auf der Fahrbahn ausweichen, zudem ist die Piste derart schwierig, da holprig, unentwegt tiefe Schlaglöchern, die man in der Dunkelheit erst in letzter Sekunde wahrnimmt, um dann noch rechtzeitig auszuweichen…. Die Unebenheit der Strasse und das Schlagen des Rades ist schonungslos für Handgelenke und… Dennoch der heutige Tag lief bis dato recht flüssig, bis dato konnten 215 geleistete miles verbucht werden.

 

... Naturkunde am Walmart...
... Naturkunde am Walmart...

... die wenigen Päuschen, die die Wohnmobil-Crew zwischen TS zu TS fand, nutzt man, um die heimische Fauna und Flora näher kennenzulernen - da werde auch mal leckere Klappschmieren selbstlos verfüttert  …. 

 

... und radelt ....
... und radelt ....

Zeitweilig ist Max führend in seiner Altersklasse .... 

2. Tag RAAM - Donnerstag - 14. Juni 2012

... radeln durch die Nacht mit Amber Flash...  ..
... radeln durch die Nacht mit Amber Flash... ..

Max fährt die ganze Nacht durch, er nutzt die kühlen Temperaturen der Nacht, in der Nacht machen wir wenige Stopps, mal Trinken, mal ein Snack, wenn auch inzwischen mit der Müdigkeit am kämpfen läuft alles nach Plan, die nächste TS5 befindet sich 56miles entfernt in Salome, hier findet sich ein kl. Supermarkt, Toilettenmöglichkeiten und eine Tankstelle, naja dies als Tankstelle zu bezeichnen wäre übertrieben - das Wohnmobil ist bereits vorausgefahren, hat erneut Wasser eingekauft und in einem Motel ein Wlan genutzt, (was hier die meisten McDonalds anbieten)  um Mails, Fotomaterial von Max nach Hause zu senden,  ansonsten ringsum nur Palmen, Sträuchergewächse, nicht endende Strassen mit beeindruckenden Trucks, ansonsten nichts weit und breit, nur die von der Ferne herausragenden Berglandlandschaften, die Sonne, Temperaturen von 37° bereits um 11.00 Uhr Ortszeit - dementsprechend fällt auch das Frühstück der vorausgefahrenen Crew aus, bestehend aus Eis, Wasser und Wasser, Cola…. , insbesondere der enorme Gegenwind setzen den Fahrern zu, es geht nur noch in Schrittgeschwindigkeit voran und auch die Müdigkeit ist nicht mehr zu über"fahren", ein riesiger Cargo-Zug kreuzt die Strasse, er kommt zum Stoppen, die Schranken schliessen, jeder jetzt passierende Racer muss warten, so auch Max, der aber ohnehin ein Trinkstopp einlegen wollte; der Zug, ca. 3 x mal so lange wie wir es in Bad Salzuflen oder Rommerskirchen kennen, der Zug bremst immer mehr Racer aus, warten in der brütenden Hitze ist angesagt, ohne Pardon, dann setzen sich die Waggons mit lautem Tosen endlich aber träge wieder in Bewegung und wenig später geht es auch für die Racer weiter, wieder in Max `s Worten "desch ischhhh brutal`endlich gegen 13.00 Uhr geschafft, TS5 und Schlafkajüte des Wohnmobils in Augenhöhe, jepphiii.

 

... nur noch schlafen müde...
... nur noch schlafen müde...

Im Wohnmobil wartet bereits die Mannschaft auf Max, müde und langsam geht's ins Wohnmobil, er ist geschafft, erstmals sitzen, schon fallen die Augen zu, 24 Stunden hat Max nun fast ununterbrochen im Sattel gesessen, auahhh und wahnsinnnnnn zugleich…. deschhhh ischh mähr als brutahhl, Sandwiches hat er sich gewünscht, kein Problem, denn trotz investigativer Suche einer Shopping-Queen (hii) ist nur wabbliges Sandwich-Brot vorhanden…. während des Essen nickt Max immer wieder weg, nicht die lange Fahrt, am Ende der Timestation 5 sind es, insbesondere der starke Gegenwind und die Hitze, die das Gefühl vermittelt, die Haut brennt…. 

Noch schnell eine Portion Eis, dann nur noch flach liegen und schlafen, ca. 3 Stunden, das Schönste was sich Max augenblicklich wohl ausmalen kann….schon ist er eingedöst, nur noch die Füsse schauen aus dem beengten RV (Wohnmobil) - Bett heraus…. jetzt heisst es für die Crew warten…. die Hitze verbannt einen geradezu im Wohnmobil auszuharren, draussen rumlaufen zum einen wegen der Hitze undenkbar, zum anderen ist der einzige Hotspot, der Laundermer Supermarkt auch nicht der Brüller, und das gesamte Sortiment bereits durchgetestet, American icecream, Twinkies, Wassergalonen noch und nöcher, naja die Schweinsfüsse im Glas überlassen wir den Hardcor-campern, aber auch die Supermark-Toilette wird gerne und häufig von allen wartenden Crew-Teams besucht. Gegen 15.30 Uhr geht es weiter für Max, ausgeschlafen sieht anders aus, aber es hilft nichts, die Zeit tickt gnadenlos… auf zur TS 6 nach Concers…. Sonne scheint sich noch mehr ins Zeug zu legen, fast unmöglich weiterzufahren, im dänischen Team, wird der Racer alle paar Kilometer von seiner Crew per Wohnmobil eingesammelt und mit Eiswürfeln versucht, Kühlung zu verschaffen, auch andere Support-Fahrzeuge halten unüblichlicherweise häufig an der Rennstrecke, um zusätzlichen Support zu leisten, auch Max hat mit der knallenden Hitze zu kämpfen, erneutes Anhalten und Wasser trinken und über Gesicht und Körper laufen lassen, wir machen uns Sorgen um Max, kann er so weiterfahren, er kann, nach einer Verschnaufpause, als die Temperaturen zumindest den Anschein machen, Einsicht zu zeigen, geht's weiter zur TS 6 und anschliessend gleich in die Berge nach Yarell, aufgrund der enormen Hitzebelastung beschliessen wir ein Motel für wenige Stunde aufzusuchen, schon hat Ninetta - stets mit cell phone am Ohr bewaffnet - hat das Oak Motel am Highway ausfindig und sicher gemacht…. gegen 21.30 Uhr treffen Max und das Begleitteam oben an, noch schnell ein paar Nudeln mit white chicken source im Wohnmobil, eine Dusche … dann nur noch schlafen…… 

... woman at work ...
... woman at work ...
.... es ist warm ...
.... es ist warm ...

 

während Max es bereits im Wohnmobil Schlaf tankt, wartet man indessen noch am Nachbarwohnmobil auf den Fahrer, er soll in ca. 1,5 Stunden ein treffen - wurde von einem hiesigen Deputy von der Strecke gewunken, der die Beleuchtung am Begleitfahrzeug ablehnte (!) - die RAAM-Offiziellen mussten intervenieren, wertvolle Zeit für den Fahrer, die er aber vermutlich von der Rennleitung gutgeschriebene bekommt; inzwischen ist es nach 15.00 Uhr, die Hitze verleitet zu Galgenhumor, die wartende Crew eines deutschen Teams scherzte bereits über den trostlosen TS Punkt 5, sie haben bereits den Beach unsicher gemacht, das angrenzende Porzellanmuseum besucht (kaputtes Geschirr fällt im alles überdeckenden Steppensand auf), die reiche Fauna der örtlichen Landesgartenschau bestaunt, man war schon reichlich shoppen im hiesigen Laundermat, der neben Wassermelonen, Hygieneartikel und besagten Schweinsfüssen im Glas jedoch kaum nennenswerte Shopping- Highlights feilbietet…… 

 

Danke an Fa. Fenster Rudoff GmbH
Danke an Fa. Fenster Rudoff GmbH

Danke an die Firma Fenster Ruoff GmbH, Bodelshausen für die Übernahme der Patenschaft der 2. Teilstrecke 

Danke an Heike Drissner
Danke an Heike Drissner

Danke sehr an Heike Drissner für die Patenschaft der 4. Teilstrecke 

Danke an Sofie Widmaier
Danke an Sofie Widmaier

Danke an Sofie Widmaier für die Spende für die 5. Teilstrecke 

.... Perspektiven ...
.... Perspektiven ...

 

…. im neuen Heim geht's mal drüber und drunter …. je nach Schlaf- bzw. Fahrdienst …. 

 

... alles eine Frage der Organisation ... einer lenkt, der andere schläft ... ähhh soll schlafen ..... 

RAAM - Start - 13.06.12

... wenige Minuten zum Start ...
... wenige Minuten zum Start ...

13.6.12 - Mittwoch der 13. Juni 2012  RAAM-TAG

Doch zunächst stehen eine Reihe anderer Dinge an, an Startschuss ist am Morgen noch nicht zu denken, eine gewisse Hektik und Nervosität liegt in der Luft, während Uwe die letzten Handgriffe an den Amber Flash lights verrichtet, wird das Fahrrad mit der 1-Watt-Birne verbunden… jetzt schnell zum hoffentlich letzten Inspektionstermin, es ist kurz nach 9.00 Uhr… währenddessen hektische Treiben im Ferienhaus, das Wohnmobil wird mit sämtlichen Koffern, Fahrradtaschen, Wasserkanistern, Instant-Lebensmitteltüten und -dosen aufgerüstet…. aufpassen, dass alles im richtigen Fahrzeug landet … die Zeit rennt schneller als sonst … ein Schlafsack wird noch SOS-mässig vermisst… hmmm war die letzten Tage in einem anderen Schlafzimmer irgendwo verteilt und fiel gar nicht auf, schnell noch wird die Spülmaschine angeworfen, ein letztes Mal die Waschmaschine genutzt, um auch die nächsten 2 Wochen zu "glänzen", denn im Wohnmobil sind die Waschgelegenheiten beschränkt, hiiii …. 

 

"Abnahme, die 2. " - juchhuhhhh geschafft, wir haben alle geforderten Unterschriften - und wohlgemerkt - es waren einige, Ninetta, unsere RAAM-Offizielle des Max`schen teams hat immer noch voll den Durchblick im Dokumenten-Wald, …. einige von uns haben hier schon kapituliert…. So wird es auch zum normalen Bild in unserer Kommandostation Max - am umfunktionierten Frühstückstisch, dass Ninetta gleichzeitig 2 Hand… ach ja, cell phones bedient und Checklisten abarbeitet…. ja, das Wohnmobil ist nun wieder repariert und abholbereit, okay, wir dürfen noch ein wenig länger als die vereinbarte Zeit im Ferienhaus weilen, nein, die Terrassenstühle und -tische müssen nicht weggesperrt werden, vielen Dank, dass die Abnahme statt am 12.06. noch in letzter Minute am 13.06.12 morgens früh möglich gemacht wurde von der RAAM-Leitung. Ninetta bitte nicht zur RAAM-Organisation wechseln… ggf. brauchen wir Deine Leitung wieder, wenn Max ein 2. mal auf diese verrückte Idee kommen sollte!! 

Helmut fährt schnell noch um den Block, alle Fahrzeuge auftanken….  Martin rüstet sodann das Wohnmobil auf mit der Info der Club der Langen, … und das ganz ohne Tritt und Hocker oder Affenleiter mit Kerstin - bravourös…. 

So, erste Phase abgeschlossen - Vorbereitung und Sign-off - Phase erfolgreich in letzter Minute abgehakt… jetzt geht's auf die eigentliche Strecke…. 

Endlich, exakt um 11.00 Uhr ist alles am richtigen Flecken verteilt und es kann los gehen; die RAAM-Organisatoren wünschen eine Stunde vor Start, am Oceanside Pier Amphitheater sich einzufinden…. ein Klacks, denn wir residieren nur ein Steinwurf entfernt. Kurz nach 11.00 Uhr ist die gesamte Entourage MAX STRINZ vor Ort…. ein Kommentator begrüsst die Zuschauer, Kamerateams Bicycle-Begeisterte und natürlich die Hauptdarsteller, die sich nach und nach vor der Startlinie sammeln finden sich nach und nach am Beach ein, man kennt sich inzwischen, und die Racer wünschen sich gegenseitig viel Erfolg, gutes Durchhalten und man klopft einander die Schultern…. eine schöne, besondere Atmosphäre, nun gilt es warten, warten, denn zunächst noch starten die 2-er Teams des parallel stattfindenden RAW - eine "kleinere" Route, die über ca. 800km im Westen verläuft; heute ist es sehr windig, schnell noch die Jacke überstreifen… Max sichtet Christian Mayer, sein quasi Nachbar aus Nagold, mit dem er vor dem Rennen trainiert hat…. Max ist sichtlich erfreut, seinen Nachbar zu treffen, der gleich nach ihm an den Start gehen wird…. Im Hintergrund winden sich Kamerateams und Reporter um den letztjährigen RAAM-Sieger Christoph Strasser, ein echter Star mittlerweile in der Szene, er hechtet noch von Interview zu Interview, gibt Autogramme und lässt sich geduldig fotografieren. So es ist soweit, die Solo-Fahrer / Einzelfahrer starten im Minutentakt… der Kommentator ruft stets die nächsten drei Starter zum Startpunkt…. MARKUS STRIENNNZ….. der Kommentator stellt Max auf amerikanisch vor, verweist auf seine web-Homepage und zählt den Countdown - five - four - three - two - one … LOS Max     Mittwoch der 13. Juni 2012  RAAM  -> um 12.44 Uhr geht's für Max mit der Startnummer 445 geht es auf ein ca. 5.000km lange Radrennen quer durch die USA….. ALLES GUTE !!

 

…. 

Von Oceanside Strand geht es gleich ins Landesinnere, die Temperaturen wechseln schlagartig von eben w´luftigen /windigen 18 °C am Strand mit Temperaturen bis 37° C. Nach ca. 60 miles (1 mile entspricht 1,6km) und ca. 2.662 Feets (ca.  850 Höhenmeter) ist die erste von 54 Times stations (TS, Zeitmess-Stationen) erreicht Lake Henshaw, CA; Max bzw. sein Begleitteam hat nun max. 30 Minuten Zeit, die Rennleitung telefonisch diverse Daten zu übermitteln (wie z.B. Fahrernummer, Name der Stadt, Ankunftszeit) - die Regeln sind streng, jede Nichtbeachtung, Unvollständigkeit führt zu Zeitstrafen von 15 Minuten, mit der 6. Zeitstrafe wird der Fahrer vom Rennen disqualifiziert. 

Auf der ersten Teilstrecke - der Startphase, auf der sich die Teilnehmer (da im Minutentakt gestartet) noch eng am Hinterrad bewegen, schreiben das RAAM-Reglement eine andere als auf allen folgenden Streckenabschnitten vor… auf einem ersten Teilstück darf keinerlei Support  - weder technischer noch Getränkemässig geleistet werden- ausgerechnet hier ein Platten, den Max alleine beheben muss…. ist schnell gemacht und weiter geht's 

 

Nach weiteren 33 miles erfolgt der erste Fahrerwechsel von Begleitteam (direct follow vehicle) und Wohnmobil (Support vehicle), jedes Teammitglied soll während der ganzen Tour flexibel einspringen können, und zwischen Begleitvan, der Technik-Support leistet und einem 3-m-breiten Wohnmobil  wechseln können, dies muss geübt und eingespielt werden… 

Es geht weiter durch menschenleere, kilometerlange gradlinige nicht enden wollende Strassen, ringsum keine Häuser keine Menschen, nur Steppen und es wird heiss, bis zu 99 Fahrenheit !! Immer noch ist das Rennfeld dicht beieinander, ich habe einige Fahrer überholen können, noch läuft es sehr gut, es wird allmählich dunkel, gegen 20.00 Uhr Ortszeit erreichen wir die 2. Timestation / Zeitstation in Brawley, immer noch Bundesstadt CA, wir haben 145,2 miles hinter; Max radelt weiter, noch ist kein kämpfen gegen Müdigkeit angesagt, in der Nacht noch erreichen wir Timestation 3 in Blythe - nach nun 234,9 miles - bleiben noch 2.758 miles zu bewältigen.

 

Es ist tiefe Nacht, 03.00 Uhr - wir machen eine kurze Pause im Wohnmobil…..Die Kochmöglichkeiten in einem Wohnmobil sind beschränkt - somit auch die Kredenzien - während der kurzen Pause gibt es Linsensuppe (die sich Max über Funk gewünscht hat ) und Milchreis,  eine Cola noch, die wach halten soll und es geht weiter im Lichtkegel des Begleitfahrzeugs, dass in der Nachtphase (die von 7.00 Uhr abends bis morgens 7.00 Uhr definiert ist) immer im Abstand von 10m folgen muss, dies ist aus Sicherheitsgründen so gefordert, der Fahrer muss stets durch Anleuchten (im Lichtkegel) fahren gut sichtbar sein, und die Einhaltung wird ständig streng überwacht von Offiziellen. 

 Während einige Crew-Mitglieder für ca. 3-4 Stunden im Wohnmobil Schlaf tanken, um anschliessend gleich eine Fahrerwechsel mit den müden Teammitgliedern des Begleitfahrzeuges der Nacht vornehmen zu können, fährt Max weiter durch die tiefe Nacht…. um 7.00 Uhr Ortszeit erreichen wir die 4. Timestation in Parker, wir haben Kilometer 286,3 erreicht und inzwischen den Bundesstaat Arizona passiert - die Strecke vorbei am Colorado River und durch ein Indianer Reservat - hier gelten für Fahrer und Begleitteam besonders strenge Regeln hinsichtlich Musik und Verhaltenskodex. Noch immer fahrtüchtig radeln wir weiter, jetzt 18 Stunden mit kleinen Ruhepausen im Sattel, noch läuft es gut und wir möchten die Gelegenheit nutzen, viele Kilometer abzuarbeiten, solange die Müdigkeit nicht zu stark wird…. 

 

Danke an Andreas Bäuerle
Danke an Andreas Bäuerle

Andreas, vielen Dank für die Patenschaft der ersten Teilstrecke !!!!

... RAAM ist überall ...
... RAAM ist überall ...

Countdown - 1 Tag zum Start - Dienstag, 13. Juni 2012

AMBER FLASH LIGHTS !!!!  Unwort des Max`chen RAAM
AMBER FLASH LIGHTS !!!! Unwort des Max`chen RAAM

Der Tag beginnt mit "Amber flash lights" - schon beim Frühstück einziges Thema bzw. gar Sorgenkind... Lagebesprechung... während eine Gruppe das Wohnmobil zurück zum Vermieter bringt, um den fehlerhaften und monierten Blinker reparieren zu lassen, macht sich der Rest auf, die ominösen "Amber flash lights"  sowie eine 1-Watt-Tageslicht-Reflektor fürs hintere Rad zu organisieren .... insbesondere diese beiden Lichter sind von der Rennleitung zwingend vorgeschrieben und somit unumgänglich um das finale "Sign-off" und damit Grünes-Licht für die Tour zu bekommen. Der weitere Plan ist, Begleitfahrzeug und Rennrad umgehend aufrüsten mit besagten Lichtquellen und ab zur erneuten Inspektion am Mittag, Einkaufen und Wohnmobil und Begleitfahrzeug mit Lebensnotwendigen für die nächsten Tage bestücken.... es sollte anders kommen.... wir hechten von Auto-Zubehör-Shop zu Shop, keine Amber-Flash-lights verfügbar, bekommen aber stets einen heissen Tipp, wo diese Lichter eventuell und ggf. vorrätig sein könnten ... auf zum nächsten Store und da in Amerika Entfernungen relativ sind, fahren wir auch mal gerade eben so 26miles zum Spezial-Triathlon-Laden, von der RAAM - Organisation uns gestern ans Herz gelegt -, um ein Rücklichtlämpchen fürs Rennrad zu erhaschen - die Tücke liegt bekanntlicherweise im Detail - zwar sind wir begeistert als nach zig-erfolglosen Versuchen uns der Verkäufer das besagte Lämpchen vorlegt, doch benötigen wir 2 !!!!!!!!!! ebenso fürs Ersatzrad, auch dies wurde kritisch von den RAAM-Inspektoren begutachtet und für FAST gut befunden... im Lager findet sich auch kein 2. Lämpchen mehr ... also zum nächsten Laden ... nicht zu vergessen, dass die amber fl... auch noch aufgetrieben werden müssen... wir beschliessen zurück zum Ausgangsort Oceanside zu fahren, in einem Laden waren dort amber flash lights vorhanden, jedoch nicht in optimaler Ausführung, egal... dort freudestrahlend angekommen - denn inzwischen haben wir auch ein 2. Rennrad-Tageslicht ergattert, betreten wir vertraut den Laden... und steuern gleich zielsicher auf unser AMBER FL.... hmmm, Regal ist geräumt.... wir steuern den freundlichen Verkäufer an und er antwortet und ebenso freundlich ... ach ja, da waren heute morgen schon mehrere Interessenten, alle leider ausverkauft  ... kann nicht sein, ist aber so ...

... die Suche geht weiter ...
... die Suche geht weiter ...

.... wir sind nicht die einzigen auf der Suche nach DEM Licht.... im hiesigen Eisenwarenhandel, wo wir noch das letzte verfügbare magnetische Warndreieck (ebenso RAAM-Pflicht) nach langer Suche des Fachpersonals bekommen, treffen wir auf das 4er-Team aus Slowenien,  deren Problem gestaltet sich noch weitaus diffizieler..... die gesamten Rennräder des Teams sind noch nicht angekommen, sondern irgendwo zwischen Frankfurt, Lufthansa und Nirwana verschollen und keiner weiss genau wo noch wann sie eintreffen werden.... zurück zu unserem Prob.... na sagen wir Herausforderung...  in einem weiteren Auto-Zubehör-Laden erstehen wir "Amber-lights", durchatmend rollen wir zum nächsten Walmarkt und schieben die 2 Einkaufswagen solange durch die kilometerlangen Flure, bis sie kaum mehr rollen noch eine Sicht nach vorne möglich ist.... die 283 Tüten gepackt und im Kofferaum verstaut, geths eilig zurück zur Kommandozentrale, denn die Zeit drängt.... es ist inzwischen 16.15 Uhr, um 16.45 Uhr wartert der nächste Termin, Fotoshooting des gesamten Teams..... wir eilen zum Beach bzw. Meeting-Point.... nach einem kurzen Fotointermezzo erkundigen wir uns nach einer möglichen Verschiebung der Abnahme, um Zeit zu gewinnnen... unser Wohnmobil kann erst nach 17.00 Uhr wieder von uns abgeholt werden, da eine Werkstatt mit der Reparatur beauftragt werden musste.... 

 

Wir bekommen einen neuen Termin ... finale Abnahme von Rädern und Fahrzeugen: morgen, 13.06.12 um 9.00 Uhr .... bis dahin müssen alle Flash lights flashen.... zurück zum Haus.... 


Wohnmobil ist fertig, schon bald fahren Martin und Helmut mit dem 3-Meter-breiten oversized Wagen vor; die letzten Aufkleber werden angebracht, die ersten Koffer und Lebensmittel verstaut .... es wird eng die nächsten Tage.... 

 

Uwe, unser Technik-Meister rüstet das Begleitfahrzeug mit den Amber.... lights aus, Kabel werden verlegt und connected.... aber was ist das!? das Flash fehlt, nur amber lights ohne flash, Ninetta löst auch diese Herausforderung souverän, sämtliche weiteren Shops werden durchtelefoniert ... endlich .... um 19.00 Uhr haben wir ein neues Equipment, was angebracht wird.... derweil Abendessen und letzte Instruktionen und Schulungen bzgl. der Routenbeschreibungen und Verhaltenskodex.... Ninetta hat sämtliche wichtige Regeln komprimiert zusammengefasst und erläutert bis nach 22.00 Uhr alle wichtigen Punkte, die einen reibungslosen Verlauf sichern sollen.... von "leap-frog-support", Dashboard-Protokollen über striktes Alkohol-Verbot bis hin zu Windschattenfahren und "Pacing"  - alles Bedarf grösster Achtsamkeit, um mögliche Zeitstrafen zu vermeiden.... ein aufregender Tag geht zu Ende .... 

Team Max Strinz
Team Max Strinz

Countdown - 2 Tage zum Start - Montag, 11. Juni 2012

07.00 Uhr - während die ersten Surfer die perfekte Welle suchen, versucht unsere Kommandozentrale - in Persona Technik-Freak Ninetta die Welt zu retten....  naja oder sagen wir zumindest - die stringente Befolgung des Regelements zu überwachen, zu übersetzen und alle Beteiligten daran zu ermahnen..... mühsam... bei 207 Seiten Pamphlet, Erläuterungen und 2 Tagen Restzeit.... dennoch alle sind nach wie vor guter Dinge.... einige diffizile Fragen sind noch zu klären, u.a. sind die "amber flash lights" an den Begleitfahrzeugen zwingend erforderlich wie im Vorjahr oder nicht, ist eine rote Flagge am Auto wie letztes Jahr "mandatory" ist in 2012 zu installieren oder nicht... gibt es zusätzliche Crew-Briefings nebst dem heutigen um 13.00 Uhr? Sind Warndreiecke zwingend vorgeschrieben und somit noch zu besorgen in aller Eile? .... die Tücke liegt im Detail; ein kurzes Aufschrecken - ein Führerschein ist nicht auffindbar... zwischen Rädern, Ladekabeln, Chipstüten und Wassergalonen wird aufs Eifrigste gesucht.... Entwarnung.... Dokument ordnungsgemäss aufgetaucht, huujjj.... weiter geht es.... 

Men at work - Aufkleber fertigen
Men at work - Aufkleber fertigen

eine weitere Liste mit fehlenden Utensilien .... Reflektoren für alle Teammitglieder, anzubringen am Fuss, Taschenlampen, ein weiteres TomTom   ... die Aufkleber für die Begleitfahrzeuge werden zugeschnitten und mit ruhiger Hand und unter Federführung von Marketing-Chief  Martin aufbereitet.....

auch die Fahrräder sind inzwischen nummeriert und ausstaffiert..... die Glücks-Nr unter der Max startet Starter lautet 445  - bitte notieren !

 

... geschafft ... Abnahme erfolgt
... geschafft ... Abnahme erfolgt

Um 14.00 Uhr findet das Crew-Meeting statt, dabei stellt sich heraus "amber flash lights" sind doch "mandatory" und somit zwingend notwendig am Begleitfahrzeug zu installieren, ebenso ein Warndreieck und Fussreflektoren für die Crew. Gestern hatten wir noch andere Informationen erhalten.... und dies alles muss bis 16.00 Uhr erledigt sein, dann nämlich erfolgt die kritische Abnahme von Rennrädern und Fahrzeugen, es wird geprüft, ob alle Sicherheitsmassnahmen eingehalten, Aufkleber angebracht und notwendige die Fahrzeuge mit der geforderten Ausstattung ausgerüstet sind.... die Zeit tickt, wir fahren von Autoteile-Zubehör-Laden zu Laden - wohlgemerkt, der gibt es einige hier -  nach dem 3. ergebnislosen Versuch müssen wir abbrechen, es ist 15.45 Uhr in einer Viertelstunde müssen wir am Checkpoint die Fahrzeuge präsentieren.... etwas angespannt erscheinen wir an den beiden Kontrllstellen, eine für oversized Fahrzeuge - hier wird das Wohnmobil inspiziert, bis auf den rechten hinteren Blinker alles okay, die Abnahme erfolgt, auch wenn das Mobil morgen erneut mit funktionierendem Blinker vorgeführt werden muss. Die Abnahme des Begleitfahrzeuges gestaltet sich schwieriger... dennoch auch hier erhalten wir nach einigen Erklärungen hinsichtlich missverständlichen Ausführungen die benötigte Unterschrift, um die Anmeldung zu komplementieren.... allerdings müssen morgen alle notierten Mängel behoben und dies nachgewiesen werden, es wird sofort ein Team festgelegt, die morgen ein spezialisiertes Biker-Geschäft anfahren und das fehlende Zubehör organisieren..... 

Durchatmen .... dann gleich zum nächsten Termin, Fahrer-Vorstellung, das komplette Team rund um Max ist  mit von der Partie, als er auf die Bühne gerufen wird....  

... noch haben beide gut Lachen...
... noch haben beide gut Lachen...

Anschliessend wird noch ein wenig fachgesimpelt mit Christian Mayer, mit dem Max bereits im Vorfeld zum RAAM trainierte... 

Countdown - 3 Tage zum Start - Sonntag, 10. Juni 2012

T-Shirt - Test
T-Shirt - Test

Kaum aufgewacht, sitzen die ersten bereits am Tisch in den Laptop versunken zwecks Email-Check und Terminbesprechung.

Beim Frühstück werden weitere Aufgaben verteilt. Ein Trupp macht sich auf, um die Team-T-Shirts beim belgischen Mitkonkurrenten abzuholen, der diese im Gepäck hatte...wieder andere besorgen weitere Fahrradschläuche und Maltodextrin... um 13.00 Uhr steht der erste offizielle Termin an - das crew chief meeting - gleich ein Steinwurf von unserer Residenz entfernt am Strandsteg...

Heute nun erfolgt die lange avisierte Anmeldung - gleich ein Steinwurf von unserem temporären Heim entfernt, am Oceanside Beach - während der Kalifornier am Sonntagmittag bewaffnet mit Surfbrett und Skateboard mit den fasziniersten Vans und Chevrolets zum Beach cruised, reihen sich die RAAM-Teilnehmer ab 13.00 Uhr Ortszeit in die Schlange an der hiesigen Turnhalle ein, um die letzten Formalien zu erledigen. Endlich sind wir an der Reihe, es werden verschiedene Regeln erläutert, Checklisten durchgesprochen und weitestgehend abgehakt, einige Dokumente sind noch bis morgen nachzureichen, wie z.B. Führerscheinkopien aller Fahrer der Begleitteams, Versicherungskopien der Mietwagen und und und, die To-Do Liste ist noch lange.... Am Ende erhalten wir ein Starter-Kit mit diversen Aufklebern und Hinweis-Schildern gut sichtbar an den Fahrzeugen anzubringen, die auch nachts  den "Convoi" schnell erkennen lassen.

 

 ..... während Ninetta sich durch das RAAM-Regelement - ein Pamphlet von 207 Seiten durchkämpft, machen sich andere Teammitglieder auf die Suche nach einem Copy-Shop, in Amerika an einem Sonntag sollte dies kein Problem sein.... wo selbst Kfz-Werkstätten geöffnet haben. 

 

... eine Menge Papierarbeit wartet noch ....
... eine Menge Papierarbeit wartet noch ....
die Termine eines RAAM-Teilnehmers....
die Termine eines RAAM-Teilnehmers....

Max macht sich nochmals auf den Weg, ein kleines Türchen drehen... bevor die nächsten Termine rufen....

 

Am Abend gönnen wir uns einen letzten Ausflug ins benachbarte San Diego - ca. eine 3/4- Stunde über den 5-spurigen Highway entfernt; wir bummelen durch Oldtown und kehren schliesslich in eine der vielzähligen mexikanischen Tavernen ein und geniessen bei Nachos und Salsa einen schönen Abend in mexikanischen Ambiente. Hier und dar fliessen noch Tipps vom Rad-Profi an das Team, z. B. die Übergabe der Trinkflasche betreffend.

 

Countdown - 4 Tage zum Start - Samstag, 9. Juni 2012

Frühstücken am Tisch - unmöglich, denn sämtliche Laptops, "cell phones" (den Ausdruck `Handy`kennt man hier nicht) Kameras und Kabel (-salate) pflastern den Tisch.... zwischen Rührei und instant oat meal erfolgt eine kurze Lagebesprechung: Max und Ninetta machen sich heute erneut auf, die erste Teilstrecke des RAAM abzufahren, eine weitere challenge, die Suche nach einer Mülltonne, beim amerikanischen way-of-life ist Müllvermeidung schwierig und es türmen sich rasch Berge an.... ein Lachen geht durch den Raum, als Martin - wohlgemerkt für nicht Eingeweihte - bei einer Körpergröße von stolzen 2,06m nach einem `Tritt` oder Hocker fragt .... alle schauen überfragt ... nein,richtig verstanden ....  es war nicht Kerstin, die nach einer Höhen-Hilfe fragte..... Martin wird heute unser Wohnmobil aufrüsten ... mit Werbung in Eigensache... für den Club der Langen.... gibts sicher auch eine Reihe hier vor Ort bei diesen prima klimatischen Bedingungen, apropos Wetter, auch Helmut hat sich inzwischen schon als Surfer versucht, klappt bestens - wenn nur das Wasser nicht so kalt wäre, hii... ansonsten sind weitere organisatorische Aufgaben zu erledigen, weitere Teammitglieder werden sich als Fahrer des Wohnmobils notieren lassen, um jederzeit mobil und einsatzbereit zu sein.. die Reiseapotheke wird auf Vordermann gebracht, sunblocker & co, Getränkepulver in grossen Mengen.... bei der Frage nach dem Weg zu einer Apotheke, schaute mich der Befragte kritisch und bedauernswert zugleich an und erklärte, mit dem Auto gute 5 Minuten, aber zu Fuß - ohhh jeeeehhh, nie und nimmer, statt mir den Weg zu erläutern, wiederholte er noch und wieder, das seien zu Fuss Meilen..... hmmm, ob ich wohl so Gehfaul aussah, hmmm oder ob`s einfach ist, weil man hier alles per Drive in ancruised - selbst die örtliche Apotheke, die ich nach durchaus machbaren 15 Gehminuten erreichte.....und Max das benötigte Pulver sicherte....

Die Kommandozentrale
Die Kommandozentrale

Es ist Nachmittag, Max radelt derweil noch entlang der ersten Valleys - er rechnet heute mit ca. 5 bis 6 Stunden....gegen 19.00 Uhr trifft Max ein, nach 184km in den Beinen, einem Platten und Sonnenbrand an Armen und im Gesicht....als Entschädigung gibts deftige Nudelpfanne wie auf der Alb. Dann werden abermals das Reglement und die Vorgaben des RAAM an diversen Laptops überprüft; jede Mißachtung kann kostspielige Strafminunten/-punkte kosten bzw. gar die Disqualifizierung mit sich führen. Ein Punkt, ob Lichtsignale an den Begleitfahrzeugen Pflicht oder nur Empfehlung sind, ist noch dringend zu klären.

 

Countdown - 5 Tage zum Start - Freitag, 8. Juni 2012

Der Tag beginnt sonnig jedoch sehr frisch, einige techniche diffizile Kniffe sind noch zu meistern, Navigationssysteme einzurichten, die beiden neu erworbenen mobile-phones zu installieren, diese werden benötigt, damit das ganze Team permanent miteinander vernetzt ist, um immer auf den Fersen von Max sein zu können. Dank unserer Technikfreaks Ninetta und Martin ist auch dies bis zum Vormittag geschaft....

Es folgen Diskussionen und Vorschläge zum Update und der Gestaltung der Homepage von Max.

Jetzt noch schnell ein Fahrradgeschäft aufsuchen, um letztes Equipment zu beschaffen, was beim kritischen Blick der strengen Stuttgarter Flughafenkontrolleure ausgemustert wurde... so auch neue Fahrradpumpe und diverse Kettensprays sind gesichert; eine Gruppe macht sich nun auf den Weg über den 5-spurigen Highway unser 2. Begleitfahrzeug, unser neues Heim für die nächsten 12 Tage, ein Wohnmobil abzuholen. Dort angekommen bekommen wir wie in der Schule eine viertelstündige Belehrung über die Nutzung des Mobils....und los gehts .... Autobahnenfahren auf den Highways ist fast wie in Deutschland, ausser dem erlaubten Überholen rechts staut es sich auch kilometerweise, wenn bei einem simplen Auffahrunfall jeder gaffen muss... zu Hause angekommen, haben sich Max und Ninetta aufgemacht, die ersten kalifornischen Strassen und Routen zu testen und die Beine auf die anstehenden Strapazen einzustimmen.

Die Technik wird auch ausjustiert und optimiert, Garmin muss in anderes  Format umgestellt werden, denn andernfalls ist ein Verfahren unvermeidbar bei dem amerikanischen Strassennetz, dies geschehen gestern, was im Rennen kostbare Zeit und Kraft kosten würde. Die ersten 57 miles sind geschafft... als Belohnung gibts am Abend auf der Terrasse mit Meerblick Pasta mit - lecker - Root beer - Gerüchte halten sich, dass die Zahnpasta im Gepäck den selben Geschmack vermittelt....

 

 

Countdown - 6 Tage zum Start - Donnerstag, 7. Juni 2012

Es ist Donnerstag, der 07. Juni 2012 – kein Feiertag wie in Deutschland – doch auch ein besonderer Tag, noch kämpfen wir mit der Zeitumstellung.

Der Blick in den Kühlschrank führt uns gleich auf direktem Weg in eines der viel zitierten Einkaufsmalls --- tatsächlich man sollte Zeit und gute Geduld mitbringen, insbesondere, wenn 6 Erwachsene versuchen, die Verpflegung für die nächsten Tage sicherzustellen; auch ist es ratsam, sich warm zu kleiden beim Betreten eines solchen Mega-Marktes - dank der ausgeklügelten Klimaanlagen kann man sich leicht eine Erkältung zuziehen.

 

Zurück im neuen Heim wird zunächst einmal  „gefrühstückt“ und nach intensiver Suche, fand sich sogar ein recht passables Brot, noch Meilen entfernt von deutscher Handwerkskunst, aber immerhin „French Bread“ und annäherungsweise knusprig.

Man at work
Man at work

Es folgt, eine Lagebesprechung und Verteilung der anstehenden Aufgaben. Schliesslich werden die Rennräder ausgepackt und aufgebaut, um in den nächsten Tagen noch letzte Einstellungen zu optimieren und korrigieren.

 

Das technische Equipement wird installiert und getestet, insbesondere die Ausrüstung mit entsprechenden Navigationssystemen, sowohl am Fahrrad per modernstem Garmin-Leitsystem – stets aktiv durch 2 Solarzellen sowie Navigationssysteme mit sämtlichen US-Wegbeschreibungen.

 

Immer noch wirkt Max ausserordentlich und bewundernswert gelöst und entspannt, keine Spur von Nervosität oder Anspannung, zu jedem Spass aufgelegt. Auch die heutige Nachricht aus der Mitte der USA, wo derzeit schwere Stürme wüten, können Max nicht aus der Ruhe bringen... er grinst


Countdown - 7 Tage zum Start - Mittwoch, 6. Juni 2012

 

Das Logbuch RAAM – mit- Max ist eröffnet – wir schreiben heute den 1. Tag, 06. Juni 2012 – Mission Impossible

Heute geht’s direkt von Zentral-Vollmaringen über einen kleinen Stau auf der Autobahn zum Stuttgart Airport – dann via London – zum Ausgangs/-Startpunkt nach San Diego, Kalifornien, 9 Stunden Zeitverschiebung zu Nagold ....

Im Movie-Programm der British Airways wird ein Film auf Deutsch angeboten - „Mission Impossible“ ach wir wahr – ich fühle mich sehr an das Unternehmen Max beim RAAM erinnert – auch hier kämpft einer gegen Zeit, Kräftezehren, inneren Schweinehund, Hunger, Durst – für „uns“ Freizeitradler eine schier unmögliche Mission.

 

Die ersten Hürden sind genommen, sämtliche Formalitäten im Vorfeld und am Flughafen erledigt, Einreisedokumente ordnungsgemäss ausgefüllt, u.a. 3 Rennräder samt kleiner Reparaturwerkstatt in Form eines enorm schweren Werkzeugkoffers verpackt, verstaut und auf den Weg gebracht, nach einer harschen Zwischenlandung in London, geht es gleich weiter nach Kalifornien – 11 bewegungsarme Stunden liegen hinter uns, Max`s Beine sind rastlos und ungeduldig, soviel Ruhe sind sie nicht mehr gewöhnt...

 

Der Beamte der Einreisebehörde am Flughafen in San Diego erfragt routinemässig den Grund unseres Aufenthalts, - nein, weder geschäftliche noch berufliche Gründe sind es, die Max & Co knapp 5.000km quer durch die USA führen.... als der Beamte die ganze Entourage per Fingerabdruck und Bild erfasst hat, bittet er einen des Begleitteam zur Seite und fragt leise und verlegen, auf Max weisend, ob er international oder national bekannt sei.... hmmm, nun ja in Nagold und Umgebung ist er bereits pressebekannt.... 

 

Nach weiteren Formalitäten wird der künftige Begleitbus abgeholt und alle Räder und Koffer verstaut, und ab geht es zur Unterkunft in Oceanside, wo die letzten Tage vor dem Rennen verbracht und vorbereitet werden.

Wir sind müde und zugleich aufgeregt... und gönnen uns noch einen kurzen Abstecher in eine mexikanische Bar mit einem hiesigen draft beer - lecker...

Gute Nacht...